Fahrräder werden immer schneller

Immer mehr Menschen sind mit Fahrrädern mit Hilfsmotor im Straßenverkehr unterwegs. Wir wollen uns an dieser Stelle mit dem Thema „Elektrofahrräder“ beschäftigen. In den vergangenen Jahren ist ihre Anzahl im Straßenverkehr deutlich gestiegen.

Waren in der Anfangszeit hauptsächlich ältere Menschen aufgrund der fahrunterstützenden Eigenschaften mit Elektrofahrrädern unterwegs, so hat sich dieser Umstand in den vergangenen Jahren rasant verändert. Immer mehr jüngere Radfahrer haben mittlerweile die Vorzüge der unterstützten Fortbewegung für sich entdeckt und die Fahrradindustrie hat sich sehr schnell mit interessanten Angeboten auf die Nachfrage eingestellt.

Früher gab es muskelkraftbetriebene Fahrräder und mit Motorkraft angetriebene Mofas (Fahrräder mit Hilfsmotor) oder Kleinkrafträder. Nunmehr sind intelligente Kombinationen beider Konzepte entwickelt worden. Diese tragen die Bezeichnungen Pedelec (Pedel Electric Cycle), E-Bike, LEV (Light Electric Vehicle) oder Elektrofahrrad. Elektrofahrräder sind Fahrräder mit zusätzlichem Elektromotor. Die Art der Motorunterstützung hat dabei sowohl zulassungs- als auch fahrerlaubnisrechtliche Auswirkungen.

Zu unterscheiden sind:

  1. Fahrräder mit Tretunterstützung (Pedelec)
  2. Fahrräder mit tretunabhängigem Zusatzantrieb (E-Bike etc.) mit bauartbedingten Höchstgeschwindigkeiten


              - 20 km/h (Leichtmofa)
              - 25 km/h (Mofa)
              - 45 km/h (Kleinkraftrad)

Die schnellen 45km/h-Pedelecs müssen im Sinne der EU-Richtlinie 2002/24/EG wie ein Kleinkraftrad (Klasse L1e) mit allen technischen Konsequenzen betrachtet werden. Das bedeutet, sie benötigen u. a. eine Betriebserlaubnis, eine Pflichtversicherung (Versicherungskennzeichen) und einen Führerschein der Klasse AM (Mindestalter 16 Jahre) . Außerdem müssen sie auf der Straße fahren und der Fahrer ist nach § 21a der StVO verpflichtet, einen geeigneten Helm (Motorradhelm) zu tragen. Technisch gesehen müssen z. B. die Bremsanlage, die Beleuchtungseinrichtung, der Geschwindigkeitsmesser oder Rückspiegel den in der o. g. EU-Richtlinie hinterlegten Einzelrichtlinien entsprechen.

Für Pedelecs gilt in der Straßenverkehrsordnung folgender Gesetzestext:

Keine Kraftfahrzeuge gemäß Straßenverkehrsgesetz sind Landfahrzeuge, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder früher, wenn der Fahrer im Treten einhält, unterbrochen wird. Satz 1 gilt auch dann, soweit die in Satz 1 bezeichneten Fahrzeuge zusätzlich über eine elktromotorische Anfahr- oder Schiebehilfe verfügen, die eine Beschleunigung des Fahrzeuges auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten des Fahrers, ermöglicht.

 

Wir wünschen allen Verkehrsteilnehmern eine gute Fahrt und hoffen Sie über die Thematik der Elektrofahrräder hinreichend aufgeklärt zu haben. Bestehen trotzdem noch Fragen, so wenden Sie sich gern an unsere Verkehrssicherheitsberater.