Eiskalter Start in den Motorradfrühling
Bei der Verkehrsprävention für Motorradfahrer bereitet uns am meisten Sorge, dass rund 27% aller Motorrad-Verkehrsunfälle sogenannte Alleinunfälle sind. D.h. ohne Beteiligung eines anderen Verkehrsteilnehmers kommt hier ein Biker zu schaden. Häufigste Unfallursache sind dabei Leichtsinn und Selbstüberschätzung.
Im Vergleich zu einem PKW ist ein Motorrad ein instabiles Gerät, das sich in Gefahrsituationen nicht so leicht wie ein Auto beherrschen lässt. Bei Motorrädern gibt es verbreitet noch keine Assistenzsysteme, was ursächlich auch mit dem relativ hohen Durchschnittsalter der Maschinen zusammenhängt.
Trotz ungünstiger Witterungsbedingungen trafen sich am 24.04.2016 fast 60 Motorradfahrer im Nordhafen von Bremerhaven. Nach der Ausrüstung mit DVR-Warnwesten für Motorradfahrer, setzte sich die Kolonne bei 2,5 Grad und Graupelschauer in Richtung Flughafen in Bewegung. Nach 15 Minuten Fahrt durch die Stadt, begann die Veranstaltung pünktlich. Nach einer Begrüßung und Einweisung durch die Trainer rotierten die Biker in Gruppen zu verschiedenen Stationen auf dem ehemaligen Flugplatzgelände. Bremsen und Ausweichen, Legen und Drücken sowie Langsamfahrübungen standen auf dem Lehrplan. Der Fahrspaß kam dabei nicht zu kurz.
Polizeioberrat Volker Ortgies erklärte der Presse: „Sicheres Motorradfahren beginnt mit der Vermeidung von Unfällen. Man muss sehr konzentriert fahren und besonders aufmerksam und misstrauisch das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer beobachten. Wer dann noch das eigene Fahrkönnen realistisch einschätzt und sein Bike regelmäßig wartet, hat große Chancen sicher durch die Saison zu kommen. Während der PKW-Insasse –geschützt durch die Karosserie, Gurt und Airbags- nur in rund 10% aller Unfälle Verletzungen davon trägt, wird ein Motorradfahrer bei fast allen Unfällen verletzt oder im schlimmsten Fall sogar getötet.“
Das Wetter besserte sich gegen Mittag und die Teilnehmer gaben uns ein positives Feedback.

