Manipulierte PKW als Unfallursache
In den letzten Jahren hat sich die Tuning-Szene deutlich verändert. Die Fahrzeuge sind leistungsstärker geworden und das Tuningverhalten der Fahrzeughalter ist dabei deutlich in Richtung extremer Lautstärke gerückt. Dieses führte dazu, dass sich Anwohner, insbesondere nachts, durch diese Klientel in ihrer Ruhe gestört fühlten. Diesen motorseitig stark modifizierten Fahrzeugen, die deutlich jenseits der 250 PS liegen und von überwiegend jüngeren, ungeübten Fahrzeugführern bewegt werden, wird die Ortspolizeibehörde Bremerhaven bei Fehlverhalten durch vermehrte Kontrollen entgegentreten.
Die durch hohe Leistung verursachten schwerwiegenden Unfälle der letzten Jahre geben Anlass zu diesen Kontrollen im Hinblick auf die technische Zulässigkeit der Fahrzeuge. Bei vielen auffälligen Fahrzeugen, die während der Streifenfahrt durch die Polizei im Stadtgebiet überprüft wurden, gab es Manipulationen, die zum Erlöschen der Betriebserlaubnisse geführt haben und dann stillgelegt wurden. Diese Fahrzeuge können durch den Halter nur durch kostenintensives Zurückbauen und eine anschließende Kontrolle durch eine Prüforganisation wieder zugelassen werden. Dazu kommen die zum Teil erheblichen Bußgelder.
2019 kam es in Bremerhaven nach vorläufigen Ergebnissen zu insgesamt 4430 Verkehrsunfällen, von denen 536 mit Verletzungen bei den Beteiligten endeten. Bei diesen Unfällen wurde in 77 Fällen Alkohol- oder Drogeneinfluss bei den beteiligten Fahrzeugführern festgestellt. Davon erlitten 36 einen Personenschaden. Der Einfluss berauschender Mittel erhöht nicht nur das Risiko eines Verkehrsunfalls, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines Personenschadens wird nahezu verdoppelt.

