Radfahrer leben gefährlich

Zur Kollision mit einem Radfahrer kam es am Vormittag des 14.12.2015 an der Langener Landstraße. Ein Autofahrer wollte an der Kreuzung Cherbourger Straße gegen 10.00 Uhr in Richtung Hafen abbiegen und übersah dabei einen Radfahrer, der in Richtung Innenstadt unterwegs war. Der Radfahrer wurde bei dem Anprall seitlich vom PKW erfasst und schlug in die Windschutzscheibe ein. Anschließend wurde er auf die Fahrbahn geschleudert und blieb dort liegen. Der 56-Jährige wurde dabei schwer verletzt. Der 69-jährige Autofahrer blieb unverletzt.

Die unfallaufnehmenden Polizeibeamten stellten fest, dass der Radfahrer zwar ein hochwertiges Fahrrad mit Spezialgetriebe fuhr, aber an seiner Ausrüstung gespart hatte. Möglicherweise wären die beim Sturz erlittenen Kopfverletzungen vermeidbar gewesen. Gerade bei -dunklem Wetter kann auch die richtige Bekleidung auf dem Fahrrad den Ausschlag geben, ob ein Radfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern im Verkehrsfluss wahrgenommen wird oder nicht.

 

Die kalte Jahreszeit hat begonnen und es wird für Radfahrer gefährlicher auf der Straße. Doch das Unfallrisiko lässt sich verringern.
Das besondere Risiko auf zwei Rädern in Herbst und Winter lässt sich minimieren, wenn man folgenden Regeln beachtet:

- Licht an:

Nebel, Regen und die frühe Dämmerung sorgen in den kommenden Monaten für schlechte Sichtverhältnisse. Gesetzlich vorgeschrieben sind eine Frontleuchte mit weißem Reflektor, eine Rückleuchte mit zwei roten Reflektoren, Reflexstreifen an den Reifen oder Reflektoren an den Speichen sowie gelbe Reflektoren an den Pedalen. Achtung: Die Beleuchtung sollte so eingestellt werden, dass die Mitte des Lichtkegels etwa zehn Meter vor dem Rad auf die Straße fällt. Ist die Lampe zu hoch justiert, werden andere Verkehrsteilnehmer geblendet. Die Beleuchtung darf per Dynamo, aber auch mit Batterien oder einem Akku betrieben werden. Abnehmbare Lampen müssen so am Fahrrad fixiert sein, dass sie sich nicht von selbst verstellen können. Stirnlampen oder Lampen, die am Helm oder am Arm des Radlers befestigt sind, entsprechen nicht der Straßenverkehrsordnung und dienen höchstens als Zusatzlicht.

- Tempo runter:

Feuchtes Laub auf den Radwegen ist im Herbst eine besondere Gefahr. Daher sollten Radfahrer auf die Fahrbahn achten und gegebenenfalls etwas langsamer unterwegs sein. Unser Rat: Fahren Sie fünf Minuten früher los als sonst, nehmen Sie ein bisschen Tempo raus, und vermeiden Sie abrupte Schlenker und scharfe Bremsmanöver. Zudem greifen bei Nässe Felgenbremsen nicht mehr so gut, der Bremsweg verlängert sich.

- Aufmerksam fahren:

Kein spezieller Herbsttipp, sondern es ist stets wichtig, mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer zu rechnen. Vorausschauendes Fahren und der Schulterblick vor dem Abbiegen reduzieren die Gefahr, herannahende Fahrzeuge oder Fußgänger zu übersehen.

- Winterreifen aufziehen:

Der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen ist auch beim Fahrrad zu empfehlen. Fahrrad-Winterreifen gibt es von diversen Herstellern. Es gibt sogar Reifen mit Spikes, die - anders als bei Autos hierzulande - für Fahrräder erlaubt ist.

- Sattel absenken:

Um im Notfall schneller reagieren zu können, kann man auch den Sattel um einige Zentimeter tiefer stellen. So gelangt man schneller mit den Füßen auf den Boden, um sich und das Fahrrad abzufangen oder wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

- Pedale rutschfester machen:

Jeder kennt es - bei Regen oder Schnee rutscht man häufiger mal von den Pedalen ab. Einige Firmen bieten spezielle Pedale mit einer rauen Oberfläche an oder sogenanntes Griptape, ein Klebeband, das mehr Halt geben soll.

- Passende Kleidung tragen:

Helle Kleidung sowie Zusatzreflektoren an Jacke, Hose oder Helm sorgen für ein Plus an Sicherheit. Als Alternative kann man auch die Warnweste aus dem Pkw tragen, um von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden.

- E-Bikes und Pedelecs :

brauchen im Herbst und Winter übrigens eine Extrabehandlung. Bei niedrigen Temperaturen lässt die Leistungsfähigkeit des Akkus nach, die Reichweite sinkt. Wer keinen Platz in der Garage hat, kann den Akku mit speziellen Neoprenhüllen vor Kälte schützen. Lässt man das E-Bike länger draußen stehen, sollte man den Akku mit in die Wohnung nehmen.

 

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