Grundsätzlich wird es teurer
Medizinische Artikel oft minderwertig
Egal was man gerade benötigt, von den Bremsscheiben fürs Auto über eine neue Mülltonne bis hin zur Kopfschmerztablette, die unkomplizierte Bestellung im Internet ist in Mode geraten. Alles wird, sehr zum Leidwesen der ortsansässigen Händler, online angeboten und scheint oft günstiger als anderswo.
Gab es früher noch Vorbehalte und Ängste bei der Online-Bestellung, so nutzen mittlerweile selbst betagte Menschen mit großem Eifer den Service und sparen bei der Lieferung bis an die Haustür den oft mühsamen Gang durch die Geschäfte.
Eigentlich ist ein gesunder Wettbewerb ja nicht schlecht, mag der ein oder andere denken. Da ist sicherlich etwas Wahres dran, die Angelegenheit hat nur einen großen Nachteil. Denn die Anonymität des Internets lockt scharenweise auch Betrüger an. Diese versuchen mit der Leichtgläubigkeit und den Ängsten der Menschen auf betrügerische Art und Weise Geld zu ergaunern. Zum Teil beherrschen organisierte Verbrecherbanden den Markt. Diese agieren in der Regel aus dem Ausland und die Geldströme sind so verwinkelt, dass die Rückverfolgung selbst für erfahrene Ermittler nahezu unmöglich ist.
Flexibel reagieren die Betrüger auf gesellschaftliche Veränderungen und bieten begehrte Artikel sehr günstig an. Natürlich hat es bei den momentanen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie nicht lange gedauert und auf eigens eingerichteten Internetseiten oder in Online-Shops sind die benötigen Vitamine, Masken oder auch Medikamente anscheinend leicht zu beschaffen.
Große Überraschungen gibt es dann erst bei genauerer Betrachtung dessen, was geliefert wurde, wenn denn überhaupt geliefert wird. Die Artikel entsprechen oft nicht den Erwartungen und sind nicht selten illegal beschafft. Medizinprodukte sind unprofessionell produziert und entsprechen nicht den medizinischen Standards.
Bei jüngsten weltweiten Kontrollen der Polizei, des Zoll und der Gesundheitsbehörden bestätigte sich der illegale Handel mit gefälschten Arzneimitteln sowie Desinfektionsmitteln und Gesichtsmasken.
Folgende Risiken sind zu beachten:
- Es bestehen Gefahren durch Arzneimittel gänzlich ohne Wirkstoff
- Die Wirkstoffe im Arzneimittel können falsch bemessen sein: zu niedrige oder zu hohe Dosierung
- Falsch deklarierte Wirkstoffe können die Gesundheit schädigen
- Nur vom Arzt ausgestellte Rezepte sind im Handel mit der Versandapotheke zulässig. Eine Online-Rezepterstellung ist verboten.
- Beratung und Diagnose über Internetforen sind mit äußerster Vorsicht zu betrachten. Auch Versandapotheken sind zur Beratung des Kunden zur Anwendung von Arzneimitteln gesetzlich verpflichtet. Die Beratungshotline muss mit deutschsprachigem pharmazeutischem Personal besetzt sein.
- Immer prüfen, ob die Apotheke oder der Versandhändler im Internet über eine Erlaubnis für den Versandhandel in Deutschland verfügt. Behördlich registrierte Anbieter weist das Sicherheitslogo der Europäischen Union auf ihren Seiten aus. Bei einem Klick auf das LOGO gelangen Sie zum offiziellen Registereintrag beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).
Darüber hinaus finden Sie eine Übersicht aller Versandhändler mit Berechtigung für den Versandhandel in Deutschland im Versandhandels-Register des DIMDI.
Anschriften und Ansprechpartner der Arzneimittelüberwachung, geordnet nach Bundesländern, finden Sie auf der Seite der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arznei-
mitteln und Medizinprodukten (ZLG).
Daten zu in Deutschland zugelassenen Arzneimitteln finden Sie im Portal für Arzneimittelinformationen des Bundes und der Länder.
Informationen zur Arzneimittelkriminalität u.a Anwendungsbereiche des Arzneimittelgesetzes (AMG) und Straftatbestände nach dem AMG sowie weitere Informationen finden Sie auf der Seite des BKA.

